Branding, CI & Personal Brand – was ist das und warum brauchst du das?

Kurz vorweg: Warum dieses Thema überhaupt wichtig ist

Du hast vielleicht schon Sätze gehört wie:

  • „Ich brauch erstmal nur ein Logo.“

  • „Branding ist doch nur was für große Marken.“

  • „Ich mach einfach, was sich gut anfühlt – das bin dann schon ich.“

Das Problem: Ohne klares Branding und eine einfache Corporate Identity (CI) wirkt dein Auftritt schnell zufällig, unprofessionell – oder geht einfach unter zwischen all den anderen, die „irgendwie auch sowas Ähnliches“ machen.

Gerade als Selbstständiger oder mit einem Personal Brand bist du die Marke. Und je klarer du sie definierst, desto leichter finden und merken dich deine Wunschkunden.

Was ist Branding überhaupt?

 
Branding ist der Eindruck, den Menschen von dir und deinem Business haben – in ihren Köpfen und Gefühlen.

Branding ist das Gesamtbild, das entsteht, wenn jemand:

  • deine Website sieht

  • dein Logo erkennt

  • deine Posts auf Instagram liest

  • mit dir telefoniert

  • eine E-Mail von dir bekommt

Alles zusammen ergibt deine Marke: Wie wirkst du? Eher locker oder eher seriös? Klar strukturiert oder chaotisch? Warm und persönlich oder eher sachlich und nüchtern?

Branding ist mehr als „hübsches Design“

Design gehört dazu – aber Branding ist nicht nur:

  • Logo

  • Farben

  • Visitenkarte

Branding beantwortet zuerst Fragen wie:

  • Wofür stehst du?

  • Was ist dir wichtig in deiner Arbeit?

  • Wen willst du ansprechen?

  • Wie soll sich die Zusammenarbeit mit dir anfühlen?

Erst dann kommt das Design oben drauf.

Was ist Corporate Identity (CI)?

Der Begriff klingt schnell nach Konzern – lässt sich aber leicht übersetzen.

Corporate Identity = deine Identität als „Unternehmen“ auch wenn du „nur“ du bist.

Sie besteht grob aus drei Bereichen:

  1. Wer du bist

    • Werte (z. B. klar, empathisch, direkt, verspielt, mutig …)

    • Haltung (z. B. ehrlich, transparent, nachhaltig, minimalistisch)

  2. Wie du sprichst

    • Du oder Sie?

    • Locker oder formell?

    • Humorvoll oder eher sachlich?

  3. Wie du nach außen auftrittst (visuell)
    – das ist der Teil, den man oft als Corporate Design bezeichnet.

Corporate Design: Die visuelle Seite deiner Identität

Corporate Design ist die Übersetzung deiner Identität in sichtbare Elemente:

Typische Bausteine:

  • Logo (oder Wortmarke)

  • Farben (deine Markenfarben)

  • Schriften

  • Bildstil (z. B. echte Fotos vs. Stockbilder, hell vs. dunkel, clean vs. verspielt)

  • Icons, Formen, grafische Elemente

  • Layouts (z. B. wie deine Website, PDFs oder Insta-Posts aufgebaut sind)

Wichtig:
Diese Dinge sind nicht zufällig gewählt („ich mag halt Lila“), sondern leiten sich aus deiner Marke & deiner Zielgruppe ab.

Ohne diese Klarheit wirken viele Websites wie ein zusammengeklebter Bastelhaufen – gerade, wenn Templates oder Baukästen verwendet werden.

Was ist ein Personal Brand?

Personal Brand heißt: Du bist die Marke.

Typische Beispiele:

  • Coach, Trainerin, Berater, Therapeutin

  • Designer:in, Fotograf:in, Illustrator:in

  • Expert:innen, die ihr Wissen verkaufen (Online-Kurse, 1:1-Services, Workshops)

Menschen buchen nicht einfach „eine Dienstleistung“. Sie buchen dich – deine Art, dein Wissen, deine Energie.

Ein Personal Brand sorgt dafür, dass:

  • Menschen schneller verstehen, wofür du stehst

  • du nicht austauschbar wirkst

  • du nicht über den Preis konkurrieren musst („die billigste Option“)

Branding ist hier nicht „nice to have“, sondern die Basis dafür, dass dein Angebot überhaupt greifbar wird.

Warum brauchst du Branding & CI als Selbstständiger?

1. Wiedererkennung

Wenn sich dein Auftritt ständig ändert – andere Farben, unterschiedliche Schriften, mal „du“, mal „Sie“ – können sich Menschen dich schlechter merken.

Klares Branding sorgt für:

  • „Ah, das ist doch die Steuerberaterin, die alles so verständlich erklärt.“

  • „Das ist doch der Fotograf mit den warmen, natürlichen Bildern.“

  • „Das ist die Coachin, bei der immer alles so ruhig und klar wirkt.“

2. Vertrauen

Ein konsistenter Auftritt signalisiert: Hier hat sich jemand Gedanken gemacht. Hier ist jemand professionell.

Gerade online, wo Menschen dich nicht persönlich treffen, ist das wichtig, um:

  • seriös zu wirken

  • Sicherheit zu geben

  • Hemmschwellen zu senken („Trau ich mich, diese Person anzuschreiben?“)

3. Klarheit für dich selbst

Branding ist nicht nur „für außen“. Es hilft dir auch bei Entscheidungen.

Zum Beispiel:

  • Passt diese Anfrage zu mir und meiner Marke?

  • Passt diese Kooperation?

  • Fühlt sich diese Content-Idee stimmig an?

Wenn du deine Marke klar definiert hast, kannst du vieles leichter mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten.

4. Leichtere Content- & Design-Entscheidungen

Mit Branding & CI musst du nicht jedes Mal bei Null anfangen:

  • Du weißt, welche Farben du nutzt.

  • Du weißt, welche Schrift.

  • Du weißt, wie du klingst und wie du Themen erklärst.

Das spart Zeit, Nerven – und am Ende auch Geld.

Typische Missverständnisse rund um Branding

„Ich brauch nur ein Logo“

Ein Logo ohne klares Branding und Profil ist wie ein Namensschild ohne Persönlichkeit. Es sieht vielleicht hübsch aus, sagt aber nichts aus und hilft kaum, dich zu positionieren oder Kunden zu gewinnen.

„Branding ist nur was für große Firmen“

Klar: Konzerne haben eigene Branding-Abteilungen oder arbeiten mit Werbeagenturen. Aber gerade kleine Businesses brauchen ein klares Profil, damit sie neben großen Playern überhaupt wahrgenommen werden.

Das hat sich besonders in den letzten Jahren gezeigt, als lokale Geschäfte mehr online sichtbar werden mussten, um zu überleben.

„Ich mach das später, wenn ich größer bin“

Das ist falsch gedacht: Ohne Branding wirst du oft nicht „größer“, weil dich niemand so richtig versteht oder sich lange an dich erinnert. Du musst nicht alles perfekt haben – aber du brauchst ein klares Profil.

Was gehört konkret zu deiner CI? (Checkliste)

Du kannst dir deine Corporate Identity wie eine kleine Sammlung von Regeln vorstellen. Zum Beispiel:

Identität & Positionierung

  • Was bietest du konkret an?

  • Für wen arbeitest du (Wunschkunden)?

  • Welche 3–5 Werte sind dir besonders wichtig?

  • Welche Probleme löst du?

Ton & Sprache

  • Du oder Sie?

  • 3 Wörter, wie dein Ton sein soll (z. B. klar, empathisch, humorvoll)

  • No-Gos (z. B. kein aggressives Marketing, keine leeren Versprechen)

Visuelle Elemente

  • 1 Hauptfarbe + 1–2 Ergänzungsfarben

  • 1 Schrift für Überschriften, 1 für Fließtext

  • Ein einfaches Logo oder Wortmarke

  • Bildstil (z. B. helle Fotos mit echtem Tageslicht, wenig Filter)

Anwendung

  • Wie sieht ein Social-Media-Post bei dir aus?

  • Wie baust du deine Website-Seiten auf?

  • Wie sehen Angebote/Preis-PDFs aus?

Wie startest du praktisch mit deinem Branding? – in 5 Schritten

Du musst keine 50-seitige Marken-Bibel schreiben. Starte klein:

Schritt 1: Zielgruppe & Angebot klären

  • Mit wem willst du wirklich arbeiten?

  • Wobei hilfst du ihnen konkret?

  • Welche Ergebnisse können sie erwarten?

Je klarer das ist, desto einfacher wird alles Weitere.

Schritt 2: Markenpersönlichkeit definieren

Schreib dir 3–5 Begriffe auf, die deine Marke beschreiben sollen, z. B.:

  • klar, ruhig, strukturiert

  • mutig, direkt, humorvoll

  • warm, empathisch, ermutigend

Diese Begriffe sind später dein Filter: Passt diese Farbe / dieses Foto / dieser Text zu diesen Wörtern?

Schritt 3: Moodboard erstellen

Sammle:

  • Bilder (Pinterest, Screenshots, Fotos)

  • Farbideen

  • Schriften, die du magst

Achte darauf, dass das Gesamtbild stimmig ist und zu deiner Zielgruppe passt – nicht nur zu deinem Privatgeschmack.

Schritt 4: Dein Basis-Designset definieren

Starte mit:

  • Einfaches Logo oder Wortmarke (zur Not: dein Name in einer klaren Schrift + kleiner Zusatz)

  • Farbpalette (max. 3–4 Farben)

  • Schriften (2 Stück reichen meist)

  • 2–3 Vorlagen:

    • Website-Header / Section-Stil

    • Social-Media-Post

    • Einfaches PDF-Angebot

Gerade wenn du mit Website-Baukästen wie Squarespace, Wix o. ä. arbeitest, hilft dir ein klares Branding, Templates so anzupassen, dass sie nicht wie 08/15 aussehen.

Schritt 5: Einen kleinen Brand-Guide schreiben

Dokumentiere deine Entscheidungen:

  • Zielgruppe, Angebot, Werte

  • Ton & Sprache

  • Farben (mit Farbwerten)

  • Schriften (Namen)

  • Beispiele für Bildstil

Das kann eine simple 3–5-seitige PDF sein. Hauptsache: Du kannst reinschauen, wenn du Inhalte erstellst oder etwas gestalten lässt.

Branding & deine Website – wie greift das zusammen?

Dein Branding wird besonders sichtbar auf deiner Website:

  • Startseite: Klarer erster Eindruck – wer bist du, was machst du, für wen?

  • Über-mich-Seite: Deine Story, deine Werte, deine Haltung.

  • Angebotsseiten: Wie du erklärst, was du tust und wie die Zusammenarbeit abläuft.

  • Blog/Content: Wie du Dinge erklärst, welche Themen du wählst, wie du klingst.

Ohne Branding ist eine Website oft nur eine Ansammlung von Seiten. Mit Branding wird sie zu einem stimmigen Auftritt, der Kund:innen durch die Inhalte führt und ihnen ein Gefühl gibt: „Hier bin ich richtig.“ Hier kannst du mehr über Branding und deine Webseite lesen.

Brauche ich dafür unbedingt einen Profi?

Nein, nicht unbedingt. Du kannst dir ein erstes, solides Branding auch selbst erarbeiten – gerade zu Beginn.

Sinnvoll ist professionelle Unterstützung, wenn:

  • du das Gefühl hast, alles sieht „zusammengewürfelt“ aus

  • du schon länger selbst bastelst, aber nicht zufrieden bist

  • du wachsen willst und dein Auftritt „nachziehen“ soll

  • du eine Website bauen (oder überarbeiten) möchtest und dir die Strategie dahinter fehlt

Ein guter Profi hilft dir, deine Marke zu schärfen, das Ganze in klare Entscheidungen zu übersetzen und dir einen Auftritt zu bauen, der langfristig funktioniert – nicht nur „für jetzt mal eben“.

Fazit

Branding und Corporate Identity sind kein Luxus, sondern die Grundlage für einen klaren, professionellen Auftritt – gerade als Selbstständiger oder mit einem Personal Brand.

Du musst weder eine Großmarke werden noch alles sofort perfekt haben. Aber je früher du anfängst, bewusst zu entscheiden, wie du wirken willst, desto leichter wird es, passende Kundinnen anzuziehen, die gerne mit genau dir arbeiten wollen.

Du bist unsicher, ob dein aktueller Auftritt zu dir passt?
Buche dir ein kurzes Website- & Branding-Feedback und hol dir klare, konkrete Verbesserungsvorschläge.

Termin buchen
Onika Staas

I am a web designer and strategic sparring partner for coaches, consultants, creatives, and small businesses. I develop clear, high-performing Squarespace websites that align brand, structure, and user experience – without tech overwhelm. My focus: long-term online strategy, accessible solutions, and honest collaboration at eye level.

http://www.oswebdesignstudio.de
Zurück
Zurück

Squarespace Trends 2026: So sehen moderne Websites auf der Plattform aus

Weiter
Weiter

So integrierst du dein Branding in Squarespace